Fachanwältin für Miet- und Wohnungseigentumsrecht Simone Obrock
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PropTech auf dem Vormarsch in der Immobilienbranche: Hat der Beruf des Immobilienmaklers bald ausgedient ?

 

Unter dem Begriff „PropTech“ beschäftigen sich junge Unternehmen mit digitalen Entwicklungen in der Immobilienbranche. Das Ziel ist es dabei, das eigene Unternehmen und damit verbundene Leistungen für Kunden zukünftig attraktiver zu gestalten. Das Erfolgsrezept lautet dabei, digitale Technologien innovativ einzusetzen.

 

Sie heißen "FinTech" „AdTech“, oder „HealthTech“: Startups und Unternehmen der jungen „Tech“-Revolution gibt es in fast allen Branchen.  Ob Werbe-, Finanz- oder Gesundheitsbranche, die Unternehmen setzen hier bereits seit einigen Jahren auf Digitalisierung. Hierbei werden neue Tools der digitalen Welt in die klassische Offline-Branche und bzw. deren Prozesse integriert.

Mit PropTech hält die Digitalisierung nun auch Einzug in die Immobilienbranche. In Deutschland gibt es inzwischen rund 70 Unternehmen wie bspw. ASSET PROFILER, ZINSLAND, talocasa oder Immomio, die mit ihrem Businessmodell die ganze Branche modernisieren und digitalisieren wollen.

Der Begriff PropTech setzt sich aus den jeweiligen Anfangssilben von „Property“ und „Technology“ zusammen. „PropTech“ steht dabei als Oberbegriff für das Vorhaben, die Dienstleistungen und Prozesse rund um Immobilien durch den Einsatz moderner Technologien zu verändern. Junge Startups wollen dem Kunden das Vermieten und Verkaufen von Wohnraum sowie die Finanzierung von Bauträgermaßnahmen durch digitalisierte Maßnahmen erleichtern bspw. durch das Erstellen von 3D-Grundrissen mittels App, der Berechnung eines Mieter-Matchings, den Vertrieb von Eigentumswohnungen oder durch digitale Immobilieninvestments mit geringen Beiträgen auf bereitgestellten Online-Plattformen.

 

Die entsprechenden Unternehmen versprechen den Kunden und Verbrauchern vor allen Dingen Transparenz, Vereinfachung und Zeitersparnis.

Noch steht die Digitalisierung in Deutschland im Vergleich zum Ausland ganz am Anfang der Entwicklung,  dennoch gibt es nahezu in allen Bereichen der Immobilienbranche PropTechs zu finden, bspw.

  • Property Management – zur einfacheren Verwaltung von Immobilienobjekten (z.B. schnelle Überprüfung von potenziellen Mietern)
  • Facility Management – zur Überprüfung Nachhaltigkeit von Immobilien (z.B. Energieverbrauch optimieren)
  • Construction Management – zur Unterstützung beim Bau neuer Objekte (z.B. Visualisierungstools)
  • Home Services und IoT Home – für die Mieter (z.B. automatische Reinigungsgeräte)
  • Home / Appartment Search – zur Vermittlung von Miet- und Kaufobjekten
  • Portfolio Management – zur Vermögensverwaltung (z.B. Crowdfunding Plattformen)

 

Während sich einige Unternehmen auf das Mietermatching konzentrieren, versuchen andere die bislang offline akquirierten Verkaufsobjekte nun auf Informations- und Beratungsplattformen zu konzentrieren und Mehrwerte für Verkäufer und Käufer zu schaffen. Die Digitalisierung des Immobilienmarkts in Deutschland ist nicht mehr aufzuhalten und sollte nicht ausländischen Unternehmen überlassen werden, die in dem beliebtesten Immobilienmarkt aus Sicht ausländischer Investoren unterwegs sind.

 

Der PropTech-Trend nimmt rasant an Fahrt auf – Online Börsen etablieren sich als Suchmaschine für Wohnungssuchende, Crowdfounding-Plattformen erleichtern Investitionen in renditestarke Immobilienprojekte, durch digitale Vernetzung können Mietpreise, Fluktuationsraten oder leerstehende Objekte einfacher erkannt und Informationen  schneller weitergegeben werden. Smart-Home Apps sorgen für energieeffizientere Nutzung von Immobilien. Gerade der Umweltschutz könnte ein großes Potenzial für die PropTech-Szene sein. Die Immobilienvermittlung war der erste Bereich, der maßgeblich durch die Digitalisierung betroffen war, der Trend dürfte weiter gehen aufgrund der Kostenersparnis durch den Wegfall der Vermittlungscourtage. Dank Virtual-Reality Brillen können Wohnungsbesichtigungen bald gänzlich von zu Hause stattfinden – und das in 3 D.

Ein weiterer Vorteil der PropTechs dürfte das Immobilien-Crowdinvesting sein, welches auch Kleinanlegern ermöglicht, in lukrative Immobilienprojekte zu investieren.

Die Krypotwährungen und Blockchain halten für praktisch jede Branche bahnbrechende Vernderungen bereit. In der Immobilienbranche kann durch den Einsatz der Technologie beispielsweise der Bedarf an externen Akteuren reduziert oder gar beseitigt werden. Musste früher eine hohe Gebühr an den Notar bezahlt, können Mittelsmänner dank der Blockchain zukünftig entfallen. Dank der Abwicklung von Zahlungsprozessen über digitale Währungen kann unter anderem die Geschwindigkeit von Immobilienkäufen erhöht werden, während gleichzeitig die dafür nötigen Gebühren sinken. Bereits heute werden mit Bitcoin Immobilien gehandelt.

 

Fazit: Mit PropTech wird der Immobilienmarkt in absehbarer Zeit stark verändert und das Berufsbild des Immobilienmaklers Neuerungen erfordern, um sein Überleben zu sichern. PropTech vermittelt innovativen Unternehmen neue Chancen und den Anwendern viele Vorteile wie Markttransparenz, Kostenersparnis und schnellere Arbeitsprozesse. Wer nicht überrollt werden will, sollte mit den Technologien Schritt halten und sie in die eigenen Geschäftsabläufe integrieren.

 

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